geförderter Wohnungsbau Schwestergasse | Landshut

geförderter Wohnungsbau Schwestergasse | Landshut

Neubau eines Wohngebäudes mit Tiefgarage sowie Auflassung der vorhandenen Stellplätze und Wiederherstellung

ALN realisiert aktuell in der Landshuter Schwestergasse einen Wohnungsneubau mit künftig 27 Wohneinheiten auf ca. 2.000 m² Wohnfläche sowie entsprechenden Freianlagen. Der nach WFB 2018 geförderte Neubau ersetzt mit zeitgemäßer Architektur den kleinteiligen und in die Jahre gekommenen Bestand .

Baugrundstück und städtebauliche Situation
Das Bebauungsgrundstück befindet sich zentral in der Landshuter Innenstadt in der Schwestergasse in einem Viertel zwischen Stethaimerstrasse, Ludmillastrasse und Renatastrasse und unweit der Isarauen. Die über Jahrzehnte gewachsene Bebauung ist gemischt: gebrochene Blockbebauung, gründerzeitliche Stadtvillen oder als Solitär ausgeführte kleinere Mehrfamilienhäuser mit gewerblich genutzten Nebengebäuden prägen das Viertel. Vor der Entkernung war das Baugrundstück ebenfalls kleinteilig mit Wohnen und Gewerbe bebaut.
Bei dem Neubau handelt es sich um einen Zeilenbau, der stirnseitig zur Schwestergasse ausgerichtet ist. Der Zugang erfolgt über zwei separate Eingänge, die über die Grundstückszufahrt von der Schwestergasse aus im Innenhof erschlossen werden.
Im Rahmen der Neubaumaßnahmen wird auch der Innenhof neu organisiert: zum bestehenden Parkhafen kommt eine Tiefgarage hinzu, die über eine überdachte Rampe erreicht wird. Gut 50 neue TG-Stellplätze werden geschafft.

Das Gebäude
Der neue Geschosswohnungsbau verteilt sich auf fünf Geschosse und beherbergt unterschiedliche Wohnungstypen von 2-bis 4-Zimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sind barrierefrei und verfügen über ein Kellerabteil in den Gemeinschaftskellerräumen.
Der Neubau wird in konventioneller Bauweise ausgeführt: Außen- und Innenwände sowie Aufzugsschacht bestehen aus Ziegelmauerwerk, Decken und Treppen aus Stahlbetondecken in Form von Halbfertigteilen. Das Dach ist eine klassische Pfetten-/Sparrenkonstruktion, die Dachbekleidung aus Dachpfannen folgt dem Duktus der Nachbarbebauung.

Fassade
Das mit einer Lochfassade versehene Gebäude nimmt die architektonische Ordnung der Nachbarbebauung auf, interpretiert sie neu und führt sie fort. Vor- und Rücksprünge betonen dabei die einzelnen Fassadenelemente. Stahlbetondecken gliedern die Fassade sichtbar horizontal, Rücksprünge im Bereich der Balkone rhythmisieren in der Vertikalen, die zurückspringenden und deckenhohen Fenstertüren wirken hier wie ein durchgehendes Fensterband. Der stirnseitige Fassadensprung parallel zur Straße wird als weiteres gestaltendes und ordnendes Element eingesetzt; zum einen differenziert sie die Gebäudeecke, zum anderen nimmt sie die Fassadenflucht der Nachbarbebauung auf und ergänzt diese mit ihren Vor- und Rücksprüngen.

Freianlagen
Mit der Errichtung der Tiefgarage geht auch die Neuorganisation des Innenhofes einher: Ziel der Freiflächenkonzepts ist möglichst wenig versiegelte Fläche. Zudem gilt es neben den rein funktionalen Aspekten wie Erschließungsflächen oder Stellplätzen ausreichend Freiraum- und Aufenthaltsqualität zu schaffen und so den Nutzerbedürfnissen nachzukommen. Besondere Herausforderung ist hierbei, dass ein Großteil der Aufbauten und Elemente auf der Tiergarage aufgebracht werden.
Zugunsten der Ersatzpflanzungen und zusätzlicher Grünflächen werden einige oberirdische Stellplätze in die neue Tiefgarage verlagert. Der Fahrrad- und Müllstandort wird mit Extensiver Dachbegrünung versehen. Die rückseitige Feuerwehrzufahrt erhält einen befahrbaren Rasenwaben, die Wiesenfläche außerhalb des TG-Bereichs wird mit Strauchpflanzungen bepflanzt. Belagswechsel sollen dezente Übergänge und Anschlüsse von öffentlichen zu privaten Flächen herstellen sowie Verbindungen zwischen den bestehenden Strukturen schaffen. Verschiedene Sitzgelegenheiten und der geforderte Kinderspielplatz sichern die Aufenthaltsqualität im Außenbereich nachhaltig.
Nicht zuletzt werden die auf der Südostseite liegenden Mietergärten der Erdgeschosswohnungen mit Schnitthecken aus Hainbuche eingefriedet und trennen so diese von der Feuerwehrzufahrt. Auch wenn sie auf diese Weise zwar unmittelbar an diesen teilöffentlichen Bereich anschließen, gewähren sie trotzdem durch ihre gebäuderückseitige Lage ein ausreichendes Maß an Privatsphäre.