Kindertagesstätte Oberschneiding | Wettbewerb

Kindertagesstätte Oberschneiding | Wettbewerb

Neubau einer Kindertagesstätte mit Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort
Die Gemeinde Oberschneiding im Landkreis Straubing-Bogen beabsichtigt den Neubau einer Kinderbetreuungseinrichtung mit Kinderkrippe, -garten und -hort. Mit der neuen Kindertagesstätte entsteht am südwestlichen Ortsrand der Gemeinde ein geschickt in die Topografie integriertes Gebäude. Der eingeschossige Neubau folgt dem Richtung Süden ansteigenden Gelände und nutzt dessen natürliche Steigung von knapp 3 Metern, um die einzelnen Funktionsbereiche zu gliedern. Die daraus resultierenden – 0,5 Meter hohen – Niveaustufen lassen ein Haus für Kinder entstehen, das mit seinen Rampen, Gebäude- und Geländeversprüngen eine lern- und aktivitätsfördernde Kinderwelt auf überschaubarem Raum kreiert.

Der Neubau orientiert sich in seiner Materialität und Gebäudeproportionen an den ortstypischen Bauweisen. So gliedert sich die Baumasse auf dem „H-förmigem“ Grundriss in zwei Gebäudeflügel mit einer gemeinsam genutzten Mitte. Kindergarten und -krippe sind im westlichen Gebäudeflügel lokalisiert – Kinderhort und Speisebereich im östlichen. Die neue Kindertagesstätte bildet gemeinsam mit den östlich angrenzenden Bauten von Grundschule und Sportanlage eine Art Bildungscampus für jüngere Kinder und richtet sich parallel zum dazwischen liegenden Feldweg in Nord-Süd-Richtung aus.

Betreten wird die Kindertagesstätte über das helle Foyer im zentralen Gebäudeteil. Neben den Räumlichkeiten für Personal und Organisation befindet sich im Mittelbau ein größerer Mehrzweckraum, der sich bei Bedarf mit dem Foyer zu einer großen Veranstaltungsfläche verbinden und auch in Richtung Garten öffnen lässt. Während der Krippenbereich mit zugehörigen Schlaf- und Nebenräumen ebenengleich im Norden zu erreichen ist, gliedern sich die vier Gruppen des Kindergartens stufenweise im Süden an. Der Speisebereich mit Anlieferung, Cateringküchen und Speiseräumen befindet sich ebenfalls zu ebener Erde, bevor die einzelnen Hortgruppen stufenweise nach Süden ansteigen. Wie auch im Bereich von Kindergarten und Krippe erschließt ein mit Oberlichtern ausgestatteter Flur mit sprechenden Wänden die Niveausprünge und fungiert mit seinen Treppen und barrierefreien Rampen als Erlebnisparcour. Gruppen- und Aufenthaltsräume liegen zum grünen Innenhof ausgerichtet. Bodentiefe Fenster sorgen für eine helle und freundliche Raumatmosphäre.

Auch in den Außenanlagen wird das Thema der Niveausprünge sichtbar. Auf diese Weise erhält jede Gruppe von Krippe, Kindergarten und Hort einen persönlichen und „abgestuften“ Außenraum. Sitzbänke vor dem Mehrzweckraum machen das zentrale Gartenareal auch als Veranstaltungsfläche nutzbar. Dachauskragungen am gesamten Gebäude sowie zahlreiche Neupflanzungen sorgen für beschattete Außenräume. Zudem können die Kinder dank der überdachten Terrassen auch bei schlechtem Wetter draußen spielen.

Die tragende Grundstruktur des Neubaus erfolgt in Massiv-Holz-Bauweise. Opake Fassadenbereiche erhalten eine naturbelassene Lärchenholzschalung, deren mit der Zeit silbergraue Patina einen natürlichen Witterungsschutz bildet und den naturnahen sowie ressourcenschonenden Charakter des Bauwerks unterstreicht. Das Gründach wird als erste Retentionsfläche für anfallendes Regenwasser genutzt. Im Sommer lässt die extensive Dachbegrünung einen Großteil des Wassers verdunsten, was zu einer passiven Kühlung und Verbesserung des Mikroklimas am Gebäude führt.