Wasserschloss Taufkirchen

Umbau und Sanierungsmaßnahmen

Projektaufgabe war die Planung und Umsetzung von Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen in mehreren Abschnitten am Wasserschloss Taufkirchen. Der erste Abschnitt beinhaltete unter anderem den Neubau einer WC-Anlage, den Umbau des Gastronomiebereichs sowie den Austausch beider Aufzüge. Einzelne Räume werden saniert und die zugehörigen Decken statisch ertüchtigt. In einem weiteren Abschnitt soll ein zusätzlicher Steg über den Schlossweiher erstellt werden, der im Brandfall auch als zweiter Rettungsweg dienen soll.

Kurze Geschichte des Wasserschlosses

Das denkmalgeschützte Wasserschloss befindet sich in Taufkirchen an der Vils/ Landkreis Erding. Das Schloss wurde 1236 erstmals urkundlich erwähnt und hat seitdem eine wechselvolle Baugeschichte hinter sich. Es hatte die unterschiedlichsten Burgherren – die Fugger unterhielten beispielsweise das Schloss von 1544 bis 1672 – und erfuhr entsprechend verschiedene Anbau- und Umbauphasen.

Ab den 1920er Jahren diente das Schloss als Landesfürsorgeanstalt, später bis 1970 als Bezirkskrankenhaus, seit den 1990er Jahren wird das Bauwerk mitsamt seinen Außenanlagen als Veranstaltungsort genutzt. In den 2000er Jahren war das Schloss an einen Privatier verkauft, der bis zu seinem Tod im Jahr 2010 mit umfangreicheren Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen begonnen hatte, diese aber nicht zu Ende geführt wurden. Danach war die Zukunft des Schlosses erst einmal ungewiss, bis die Gemeinde Taufkirchen 2016 das Anwesen wieder zurück erworben hat.

Aufbau und Organisation des Schlosses

Das heutige Wasserschloss wurde um 1676 auf mittelalterlicher Grundlage errichtet und besteht aus einem dreigeschossigen Hauptbau mit Schlosskapelle, Ecktürmen, Schweifgiebeln und flankierenden Pavillons. Im Kern ist das Schloss aus dem 16./17. Jahrhundert, 1898 gab es einen Umbau in Neurenaissanceformen (Quelle: Liste der Baudenkmäler, Stand: April 2017). Es ist davon auszugehen, dass das Schloss größtenteils aus massivem Ziegelmauerwerk besteht. Neuere Teile wurden teilweise in Stahlbetonbauweise ergänzt. Die Schlossbrücke über den Wassergraben ist im Kern vor 1800.

Sanierungs- und Umbaumaßnahmen

Im Zuge der Projektbearbeitung ist die Schlossanlage nochmals umfangreich begutachtet worden, wonach ein denkmalkonformer Maßnahmenkatalog entstand. Auf dessen Grundlage wurden einzelne Maßnahmen priorisiert in Maßnahmenpakete zusammengefasst. Ein Auszug:
• Errichtung einer Vollgastronomie im Erdgeschoss des Ostflügels mit getrennten Lüftungssystemen für den Fuggersaal und die Küche selbst, hierzu wurde die bestehende WC-Anlage entfernt und es fanden umfangreiche Arbeiten im Untergeschoss statt, wo ein Großteil der Gebäudetechnik untergebracht ist
• Austausch der beiden Aufzugsanlagen und Erneuerung der RWA-Anlagen in den Treppenhäusern
• Sanierung und/oder Austausch von Fenstern und Außentüren in den betroffenen Bereichen
• Errichtung eines Treppenaufgangs, welcher in Verbindung mit einer neuen Brücke über den Schlossweiher den zweiten Rettungsweg vom Südufer der Insel sicherstellt und gleichzeitig für eine bessere Anbindung des Schlosses an die Ortsmitte sorgt
• Sanierung der Fundamente einiger Außenmauern im Zusammenhang mit der Erneuerung des Terrassenbelags
• Sanierung und/oder Austausch weiterer Außentüren
• Statische Ertüchtigung des Kellers unterhalb des Erkers
• Errichtung einer einfachen Pächterwohnung im Dachgeschoss