Neubau Büro- und Wohngebäude | Landshut

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Nahensteig 188 b – Neubau Geschäfts- und Wohnhaus mit Tiefgarage in der Landshuter Altstadt

Aufgabe des Projekts war die eigene räumliche Erweiterung des Architekturbüros sowie die Errichtung von weiteren Geschäftsräumen und einer Penthouse-Wohnung zur Vermietung. Im Untergeschoss ist zudem eine Garage untergebracht.

Der Ort

Das Gebäude liegt am Rande der Landshuter Altstadt am Fuße des Burgberges mit der darauf stehenden Burg Trausnitz. Der Ort spielt hierbei eine besondere Rolle, da die historische Altstadt von Landshut durch gotische Bürgerhäuser dominiert wird. Vereinzelt sind auch Elemente der Renaissance und des Barock zu finden. Große Teile der Altstadt stehen unter Denkmalschutz.
Die größte Herausforderung bei der Entwicklung und Planung des Projekts war nun der Umgang mit der vorhandenen Topographie des Burgberges mit seiner 70% Hangneigung und der Einbindung des Gebäudes in diese. Sie liefert lt. Gestaltungsbeirat der Stadtverwaltung „einen mutigen und anspruchsvollen Beitrag zum Ort an einer sensiblen Stelle in Landshut.“
Mit der strategischen Lage direkt am Burgberg hat man eine klare Orientierung und direkte Sicht auf die Altstadt und dem Backstein-Kirchturm der Stiftsbasilika St. Martin. Gleichzeitig bleibt der Bau zurückgezogen und unauffällig, da dieser durch die vorhandene Nachbarbebauung versteckt wird und keine direkten Einblicke zulässt.

Gebäudekonzept und Raumprogramm

Das Gebäudekonzept sieht eine monolithisch wirkende Kubatur vor, die sich in die natürliche Umgebung des Burgberges harmonisch einfügt. Hierbei reagiert der Baukörper und in den Grundrissen gut sichtbar auf zweierlei Weise auf seine Umgebung: während die Rückseite des Gebäudes als fester Bestandteil der dahinter liegenden Hofberges wirkt, nimmt die zur Altstadt orientierte Fassadenseite die Rhythmik der Bergtopografie auf. Die Ausrichtung jedes Geschosses folgt hierbei einer anderen Höhenlinie des Berges, die monolithische Fassade öffnet sich durch große Glaseinschnitte und gewährt unterschiedliche Perspektivpunkte auf die Landshuter Altstadt. Gleichzeitig findet ein Spiel zwischen geschlossenen und offenen Räumen statt, der Übergang von innen nach außen auf die verschiedenen Terrassenflächen ist fließend, variable Grundrisse entstehen.
Licht beanspruchende Räume wie Arbeits- und Wohnbereiche liegen in offen und loftartig angelegten Grundrissen entlang der Glasfassade mit Blick zur Altstadt; Räume hingegen, die nicht so viel Licht verlangen wie Küchen- und Sanitärräume, andere Funktionsräume sowie private Wohn- und Schlafräume liegen zurückgezogen und in kompakten Grundrissen auf der Gebäuderückseite zum Berg blickend.

Bauweise/ Materialien/ Fassadenkonzept

Der minimalistischen Idee folgend wurde das Gebäude komplett in Stahlbeton mit Sichtbetonqualität ausgeführt. So besteht auch das flache Satteldach in Massivbauweise aus Beton mit eingelegter Betonkernaktivierung. Die Fassadengestaltung führt das Konzept der Integration in die Umgebung und Topografie fort. Es wird ein blanker Cortenstahl vorgehängt angebracht, der mit der Zeit Patina bildet und so eine eigene lebendige Struktur erhält. Das flache Satteldach erhält ebenfalls eine Cortenstahlabdeckung und vervollständigt das minimalistische Konzept. Durch die Eigenschaft der Patinabildung passt sich der Nahensteig so dem Burgberg an, statt an diesem wie ein Fremdkörper zu wirken. Eine einheitliche monolithische Wirkung entsteht.