Haus N | Landshut | Bayern

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Haus N / Privater Wohnbau / Landshut

Das Wohnhaus liegt am südlichen Stadtrand von Landshut, umgeben von einem Siedlungsbestand, der größtenteils zwischen 1970 und 1980 entstanden ist. 2005 wurde eine bestehende Hofstelle aufgelöst und es entstanden drei Grundstücke für drei freistehende Einfamilienhäuser. Haus N wurde am südlichsten der 3 Grundstücke errichtet.

Vorbild für das Haus N sind die für Niederbayern typischen historischen Bauernhäuser. Diese sind zumeist zweigeschossig und haben ein gemauertes Erdgeschoss. Darauf wurde das Obergeschoss als sichtbarer Holzblockbau aufgesetzt.

Die Formensprache davon abgeleitet, zeigt sich das Gebäude schlicht und auf das Wesentliche reduziert. Die Wahl der Materialien unterstreicht das verfolgte Konzept. Im Erdgeschoss bilden Mauerwerkswände den Sockel für das aufgesetzt wirkende Obergeschoss, das mit seiner Fassade aus Kupferlamellen den Blockbau historischer Bauernhöfe neu interpretiert. Um den Ausdruck einer kompakten Einheit zu verstärken, war die Zielsetzung, sowohl für die Fassade als auch für das Dach ausschließlich ein Material zu finden. Um den naturnahen Charakter des Gebäudes zu unterstreichen, sollte das verwendete Material eine farbliche Eigendynamik aufweisen, natürlich altern ohne ständigen Unterhaltsaufwand, sowie von örtlichen Handwerkern verarbeitbar sein. Verwendet wurde hierauf Tecu Oxid, das alle geforderten Eigenschaften in sich vereint.

Durch die Gebäudekonfiguration bleiben die Nutzungen klar ablesbar. Das durch seine großen Öffnungen, großzügig und öffentlich wirkende Erdgeschoss beinhaltet die allgemeinen Nutzungen wie Kochen, Essen, Wohnen und Büro. Diese Räume sind nach Süden orientiert. Untergeordnete Räume wie Eingang, WC und Speise liegen im Norden. Alle Öffnungen im Erdgeschoss sind raumhoch und im Norden auf ein Minimum reduziert.
Die privaten und ruhigen Bereiche wie Kinderzimmer, Schlafen oder Bibliothek befinden sich im oberen Stockwerk. Das Obergeschoss wirkt nach außen durch die wärmegedämmte und hinterlüftete Fassade aus Kupferlamellen als eine kompakte Einheit und soll dadurch ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit vermitteln.

Die Lage der Räume ist je nach Nutzung an den Himmelsrichtungen orientiert. Die Schlafräume im Süden, Nebenräume wie Bäder und Ankleiden im Norden. Die Schlichtheit der Fassade setzt sich im klaren Grundrisskonzept fort. Auch die reduzierte Materialität der Fassade, in Form von verputzten Wänden und Kupfer wiederholt sich im Inneren. Hier wurden ausschließlich weiß gestrichene Wände ausgeführt, alle Ausbauten wie Türen und Bodenbelag bestehen aus Eichenholz.
Thermisch erfüllt die Gebäudehülle die Anforderung des Passivhausstandards. Die notwendige Wärme wird von einer Gastherme erzeugt, die durch eine solarthermische Anlage unterstützt wird. Das gesamte Wohnhaus kann alternativ mit Holz durch einen im Kachelofen integrierten Wärmetauscher beheizt werden.