Grundschule Langenpreising | Wettbewerb

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Grundschule Langenpreising | Wettbewerb

Die Gemeinde Langenpreising plant in ihrem alten Ortskern den Ersatzneubau für ihre bestehende Grundschule mit den dazugehörigen Freianlagen. Es soll ein zeitgemäßes Schulhaus entstehen, welches den sich veränderten gesellschaftlichen und pädagogischen Anforderungen gerecht wird. Bis zu acht Klassen sollen darin künftig unterrichtet werden. Die Aufgabe bietet zudem die Möglichkeit ein umfassendes Gesamtkonzept für den Raum zwischen Grundschule mit Sporthalle und den Kindergärten sowie dem kürzlich umgebauten Zankstadl zu entwickeln, um verschiedene Nutzungen über die Grundschule hinaus zu einem besonderen Raum, offen und kindgerecht, zusammenzuführen.

Ziel war die Entwicklung eines neuen Schulhauses, das vielfältig, differenziert und individuell sein sollte. Es sollte sowohl im architektonisch Formalen, Räumlichen aber auch im technisch Konstruktiven und Ökologischen zukunftweisend sein.

Städtebau

Das zur Verfügung stehende, jedoch kleine Grundstück bietet ideale Bedingungen, um für die aufwachsenden Kinder einen behüteten Aufenthaltsort zu schaffen. Die vorhandenen Wegebeziehungen auf dem Grundstück, von der Prisostraße und dem Bushalteplatz im Osten, von den bestehenden Stellplätzen südlich des Zankstadls, von der Turnhalle und den Kindergärten, werden in die Konzeption für die neue Schule integriert. Das neue Schulgebäude ist Bestandteil dieses Wegesystems, situiert und geformt aus den Rahmenbedingungen seiner Umgebung. Gebäude, Eingänge, Pausenhof, Aktionsflächen und Grünflächen verzahnen sich zu einer modellierten Lern- und Bewegungslandschaft für die Schülerinnen und Schüler.

Der zweigeschossige Baukörper entwickelt sich von innen heraus als eigenständige Figur in Ost-West Ausrichtung senkrecht zur Prisostraße. Dem pädagogischen Konzept entsprechend werden die Klassenzimmer um einen Markplatz organisiert. Es entstehen so zwei Lernhäuser, die sich unter einem gemeinsamen Dach um ein Zentrum vereinen. Das eigentliche Gebäudevolumen wird durch eine leichte Verdrehung dieser Gebäudeteile und ihrer ortstypisch maßstäblichen, asymmetrischen Giebelausprägung überspielt, die Länge des Baukörpers wird durch geknickte Wandflächen gebrochen. Gleichzeitig werden die besonderen Außenräume akzentuiert. Das schulische Leben wird so in das neue Schulgebäude hinein und wieder heraus getragen, als fließender Bewegungs- und Kommunikationsraum für alle Besucher dieses Gebäudes.

Gebäude

Das Gebäudekonzept folgt dem stadträumlichen Ansatz. Man betritt die Schule von der Straße aus kommend und gelangt im Zwischenbereich zwischen den beiden Gebäudeflügeln in die Aula. Das Sekretariat ist erste Anlaufstelle für die Schüler, Eltern und Besucher. Direkt angrenzend befinden sich die Verwaltungsräume und der Lehrerbereich. Die Hausmeisterwerkstatt liegt neben dem Werkbereich. Die Verkehrsbereiche zwischen den Raumgruppen sind als informelle und kommunikative Aktivzonen gestaltet. Kurze Wege ermöglichen eine optimale Raumnutzung innerhalb des Schulgebäudes. Im gesamten Schulbereich ist die Barrierefreiheit auch im Hinblick auf die Anforderungen der Inklusion gewährleistet.

Die zweigeschossige Aula mit der Bühne in der Mitte ist das Herz des neuen Gebäudes und bietet Platz für attraktive Sitzgelegenheiten, Bewegungs- und Spielzonen, aber auch für die Durchführung von Schul- oder Elternversammlungen, Vorträgen und Aufführungen der Kinder. Der Mehrzweckraum kann durch Externe genutzt und gleichzeitig der Aula zugeschaltet werden, wie auch die Mittagsbetreuung, die in zwei Räume aufgeteilt werden kann.

Eine großzügige Treppe führt in das obere Geschoss. Hier sind die Klassen jeweils um einen Markplatz angeordnet. Die Gruppenräume befinden sich zwischen zwei Klassenzimmern, von beiden Seiten zugänglich und durch Fenster von den Klassenräumen aus einsehbar. Marktplatz und Flurzonen können als erweiterter

Klassenraum in die tägliche pädagogische Arbeit mit einbezogen werden. Konzentrierte Lernbereiche stehen so den offenen und freien Räumen der Lernlandschaft gegenüber. Die Trennung zwischen Klasse und Flur erfolgt über frei bespielbare Wände, Lümmelkisten, Garderoben, Wände zum Verstauen, Guckfenster, so dass auch hier flexibel und individuell verschiedene Unterrichtskonzepte umgesetzt werden können.

Materialkonzept

Die Bauweise des neuen Schulhauses folgt dem ländlich geprägten Charakter des Ortskerns. Die Tragstruktur des 2-geschossigen Neubaus wird von einem Stahlbetonskelettbau gebildet. Die massiven Betondecken werden von gemauerten Wandscheiben und Betonstützen getragen. Die Aussteifung gegen Horizontallasten erfolgt mittels Kernwänden, vertikale Lasten werden über schlanke Stahlbetonstützen in die Decken und von dort in den Baugrund abgetragen. Viele der inneren Trennwände sind nicht tragend und lassen die Möglichkeit offen, Raumgrößen und Einteilung zu ändern. Spezielle Orte in den Gebäuden werden durch sonnige, vielfältige Farben akzentuiert. Das Erscheinungsbild im Innern der Schule ist wie auch außen lebendig und farbenfroh, aber natürlich. Die Konstruktion des Daches und der Außenwände wird weitgehend mit Holz erstellt. Das Erscheinungsbild der Gesamtanlage sollte einheitlich sein. Die Dächer aller Gebäude sind geneigt. Die Knicke im Gebäude und die vertikal ausgerichtete Holzverschalung, farblich fein nuanciert, wirkt der Länge der Baukörper entgegen und verhilft der Schule zu einer prägnanten Identität. Die Fensteröffnungen sind auf eine je nach Nutzung erforderliche Größe reduziert und entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen an natürliche Belüftung und Belichtung optimiert. Der Sonnenschutz ist direkt an den Fenstern angeordnet. So kontrastieren geschlossene und mit Holz bekleidete Lochfassaden mit den transparenten Pfosten-Riegelfassaden an den Markplätzen der Klassenräume, den Eingangsbereichen und der Aula.